Femizide in der Schweiz
«Shame on you» skandierten Demonstrantinnen und Demonstranten auf dem Bundesplatz. Dies geschah, nachdem der Nationalrat 1.5 Millionen zusätzliches Kampagnenbudget für das Büro für Gleichstellung nicht genehmigte. Geschlechterspezifische Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem und zu viele Taten werden von Männern begangen – das ist klar. Wer weniger Femizide in der Schweiz will, sollte aber genauer analysieren, von wem Straftaten begangen werden.
Was in Bundesbern passierte: Im Kontext der Budgetdebatte lehnte der Nationalrat in der ersten Runde äusserst knapp eine Erhöhung des Kampagnenbudget des Büros für Gleichstellung um zusätzliche 1.5 Millionen ab. Der Nationalratspräsident gab den Stichentscheid. Auf dem Bundesplatz kam es kurz danach zu einer Kundgebung von mehreren hundert Personen und innert 24-Stunden unterzeichneten über 200.000 Personen einen Appell an den Ständerat den Entscheid rückgängig zu machen. Dieser bewilligte das zusätzliche Geld und der Nationalrat musste sich am Montag, 15. Dezember erneut mit dem Thema befassen. Nachdem eine knappe Woche später fast 500.000 Personen die Forderung für die Budgetaufstockung unterzeichnet hatten, knickte der Nationalrat ein und genehmigte diese mit 115 zu 72 Stimmen bei 9 Enthaltungen.
Der Apell im Originaltext: «Gestern Abend hat der Nationalrat mit Stichentscheid des SVP-Präsidenten Gelder für die Bekämpfung der Gewalt an Frauen abgelehnt, obwohl es dieses Jahr bereits 27 Femizide gab. Es bleiben uns weniger als 24 Stunden, um diesen Entscheid im Ständerat zu korrigieren. Unterzeichne jetzt den Appell an den Ständerat und rette Frauenleben!»
Begriffsdefinition «Femizid»
Femizid bedeutet die Tötung von Frauen oder Mädchen, weil sie Frauen sind, also aufgrund ihres Geschlechts und patriarchaler Machtstrukturen. Es handelt sich um eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt, bei der die Tat nicht zufällig, sondern durch die Vorstellung von Unterordnung und Ungleichwertigkeit motiviert ist.
Was die Zahlen des Bundesamtes für Statistik belegen
Um die emotionale politische Diskussion einzuordnen ein Blick auf die Zahlen. Vollständige Auswertungen sind naturgemäss erst fürs Jahr 2024 vorhanden. Die Internetseite stoppfemizid.ch listet für 2025 22 Tötungen von Männern an Frauen auf für das angebrochene Jahr 2025. Gemäss dem Bericht vom SRF von 11. November 2025 sind es bis dann 27. Daher ist bereits heute klar, dass die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat.
Bei der Datenanalyse gilt es grundsätzlich zu unterscheiden, dass die in der Polizeikriminalstatistik (PKS) erfassten Personen beschuldigte sind, für die die Unschuldsvermutung gilt. Die PKS umfasst nur die ihr bekannt gewordenen Straftaten. Zur Dunkelziffer, d. h. die der Polizei nicht bekannte Kriminalität, enthält die PKS keine Daten. Im Gegensatz dazu erfasst die Strafurteilsstatistik (SUS) rechtskräftig verurteilte Personen, die im Strafregister eingetragen sind. In diesen Fällen gilt die Unschuldsvermutung nicht mehr, und die rechtliche Einordnung der Tat wurde juristisch geprüft.
Die untenstehende Grafik aus der Zusatzerhebung im Rahmen der polizeilichen Kriminalstatistik für die Jahre 2019-2023 zeigt zur häuslichen Gewalt: In der Schweiz werden Frauen über 3-mal häufiger umgebracht als Männer. Im betrachteten Zeitraum wurden 78 von 131 Tötungsdelikten von Schweizer Staatsangehörigen begangen, 53 von Personen mit ausländischer Staatszugehörigkeit.
Bezieht man auch die weniger schweren Straftaten im Bereich häusliche Gewalt mit ein und untersucht, ob Sie von Schweizer Bürgern begangen werden, kann folgendes festgestellt werden. Von den jährlich 8.000-10.000 Fällen (Tendenz steigend) sind rund die Hälfte der Taten auf Personen mit Schweizer Staatsbürgerschaft zurückzuführen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass der Durchschnitt der Ausländer in der Schweiz ein Vielfaches mehr an Straftaten begeht als Schweizer Bürger. Dabei gilt es zu erwähnen, dass es je nach Nationalität sehr grosse Unterschiede gibt. Zum Beispiel bei Menschen aus unseren Nachbarstaaten unterscheiden sich die Häufigkeiten teils kaum von denjenigen von Schweizer Staatsbürgern.
Eine vertiefte Analyse nach Nationen gibt es in der PKS beim Thema häusliche Gewalt nicht (z.B. bei Wiederhandlungen zum Betäubungsmittelgesetz jedoch schon). Um hierfür Zahlen zu erhalten, muss in der Strafurteilsstatistik (SUS) der rechtskräftig verurteilten Personen gesucht werden. Hier gibt es jedoch kein Angaben speziell für häusliche Gewalt. Immerhin sind jedoch die Zahlen für alle verurteilten Personen gemäss Strafgesetzbuch (StGB) nach Nationalität ersichtlich. Für 2024 ergibt sich beispielsweise, dass Deutsche fast exakt gleichhäufig Straftaten begehen wie Schweizer Staatsbürger, Ausländer aus Algerien oder Angola jedoch rund 10 mal häufiger straffällig wurden.
Kommentar Politbeobachter:
Jeder Femizid ist einer zu viel und gehört hart bestraft. Prävention in Form von Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung zum Thema sind ein wichtiger Aspekt, um die Anzahl Gewalttaten zu reduzieren. Genauso wichtig ist es jedoch, «Pferd und Reiter» zu benennen und genau hinzuschauen, wer Straftaten begeht. Nur darauf hinzuweisen, dass Straftaten im Bereich häusliche Gewalt überwiegend von Männern begangen werden, greift entschieden zu kurz.
Je nach Geschlecht, kultureller Prägung und Sozialisation greifen Menschen unterschiedlich häufig zu Gewalt. Es stellt sich die Frage, ob Aufenthalts- oder Asylgesuche von Personen mit Nationalitäten, die zehnmal häufiger gewalttätig sind, gleichbehandelt werden sollen, wie solche die sich vergleichbar wie Schweizer Staatsbürger verhalten. «Junge Männer aus patriarchalisch geprägten Gesellschaften sind in besonderem Maß gefährdet, in Konflikt mit westlichen Normen zu geraten und Gewalt- oder Sexualstraftaten zu begehen» sagt Frank Urbaniok. Der forensische Psychiater aus Zürich hat zum Thema ein interessantes Buch geschrieben. Würde eine engmaschige Begleitung von potenziellen Tätern nicht mehr Sinn ergeben, als grosse Kommunikationskampagnen, die teils im Giesskannenprinzip durchgeführt werden?
Interessant und sehr widersprüchlich ist folgender Punkt: Just die politisch Linken Parteien, welche sich für weniger Gewalt an Frauen einsetzen, sorgen auch dafür, dass Personen die überdurchschnittlich häufig Täter sind, in unser Land kommen. Femizide sind gemäss https://www.stopfemizid.ch «das Resultat von struktureller Gewalt, deren Ausgangspunkt in den patriarchalen Machtverhältnissen unserer Gesellschaft liegt.» Die patriarchalen Strukturen und die damit verbundene Häufigkeit der Gewaltanwendung ist je nach Nationalität nun mal sehr unterschiedlich. Das sollten allen bewusst sein. Weniger Femizide in der Schweiz wären wohl deutlich effizienter zu erreichen, mit einer gezielten Steuerung der Migration, als mit Sensibilisierungskampagnen für das Thema.
Die zusätzliche Million, die nun gesprochen wurde, hat symbolischen Charakter. Der Hauptvorteil von Tamara Funicello und Co, die sich für das Thema engagieren, dürfte darin liegen eine halbe Million Mailadresse ergattert zu haben. Sie hat im ersten Mailing an Ihre Unterzeichnenden bereits angekündigt, dass Sie eine Volksinitiative zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen lancieren will. Standards zum Schutz der Opfer und zur Prävention sollen in der Verfassung verankert werden, damit der Opferschutz nicht mehr kantonal unterschiedlich ist. Zudem ist geplant, die Eidgenossenschaft zu verpflichten, Schutzmassnahmen zu finanzieren. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens wird dann wohl auch finanzpolitisch zu Diskussionen führen.
Quellen:
Amtliches Bulletin Nationalratsdebatte:
Femizide 2025
https://www.stopfemizid.ch/deutsch#de1
Petitionswebseite:
https://tel.sp-ps.ch/formular.php
Petitionsbericht SRF:
SRF: Es gab 2025 bereits 27 Femizide:
Zusatzbericht häusliche Gewalt
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/katalog.assetdetail.36237907.html
Nach Nation:
Straftaten häuslich Gewalt nach beschuldigten Personen
Häusliche Gewalt: Beschuldigte Personen nach Staatszugehörigkeit und Aufenthaltsstaatus
Betäubungsmittelgesetz: Beschuldigte Personen nach Geschlecht, Alter, Aufenthaltsstatus und Nationalität
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/aktuell/neue-veroeffentlichungen.assetdetail.34387389.html
Polizeiliche Kriminalstatistik 2024
https://www.bfs.admin.ch/bfs/rm/home/statisticas/catalogs-bancas-datas.assetdetail.34847183.html
Frank Urbanjok Plattform J:
https://www.plattformj.ch/artikel/233858/
Frank Urbanjok Buch:
Bildquellen:
Screenshot Demobericht aus SRF-Video:
Kreisdiagramm:
https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht/polizei/gewalt.html
Weitere gekennzeichnte Screenshots von Auswertungen des Bundesamts für Statistik