30. Juni 2026

22 Vorlagen und drei Referenden

Mit den Schlussabstimmungen vom 19. Juni haben die eidgenössischen Räte die Sommersession abgeschlossen. Insgesamt wurden 22 Vorlagen verabschiedet. Zu drei besonders umstrittenen Geschäften läuft ab dem 30. Juni die 100-tägige Referendumsfrist, während der 50'000 gültige Unterschriften gesammelt werden können.


Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Malaysia

Nach Ansicht der Referendumsbefürworter enthält das Abkommen keine ausreichenden Bestimmungen gegen Menschenrechtsverletzungen und zum Schutz des bedrohten Regenwaldes. Zudem werde dem Klimaschutz zu wenig Rechnung getragen. Vom Abkommen profitierten vor allem grosse Pharma- und Agrarkonzerne, da der Schutz des geistigen Eigentums ausgebaut werde. Dies geschehe zulasten der lokalen Bevölkerung und der einheimischen Landwirtschaft.

Referendum gegen den Gegenvorschlag zur «Blackout-Initiative»

Der Bundesrat lehnte die Blackout-Initiative zwar ab, unterbreitete dem Parlament jedoch einen indirekten Gegenvorschlag, den dieses knapp verabschiedete. Kern der Vorlage ist die Aufhebung des Neubauverbots für Kernkraftwerke in der Schweiz. Mit der Annahme der Energiestrategie 2050 hatte das Stimmvolk 2017 beschlossen, dass keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut werden dürfen. Dieses Verbot soll nun aufgehoben werden. Dass die Bevölkerung erneut über diese Frage abstimmen wird, gilt als sehr wahrscheinlich.

Referendum gegen die Änderung des Bundesgesetzes über die Allgemeinverbindlicherklärung von Gesamtarbeitsverträgen (GAV)

Die Gesetzesänderung sieht vor, dass die Mindestlöhne eines allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrags (GAV) unter bestimmten Voraussetzungen Vorrang vor kantonalen Mindestlohngesetzen erhalten. Die Referendumsbefürworter befürchten deshalb Lohnsenkungen zulasten der Arbeitnehmenden. Bemerkenswert ist, dass auch der Bundesrat die Vorlage ablehnt, obwohl er sie im Auftrag des Parlaments ausarbeiten musste. Er argumentiert, die Revision stehe im Widerspruch zur in der Bundesverfassung verankerten Zuständigkeit der Kantone, sozialpolitische Mindestlöhne festzulegen. Auch die Mehrheit der Kantone sprach sich im Vernehmlassungsverfahren gegen die Vorlage aus.

Weitere verabschiedete Gesetzen und Bundesbeschlüsse zu denen bislang kein Referendum angekündigt lanciert wurde:

Quellen:

https://www.swissinfo.ch/ger/breites-b%C3%BCndnis-lanciert-referendum-gegen-den-bau-neuer-akws/91674937

https://www.swissinfo.ch/ger/referendum-gegen-%C3%9Cbersteuerung-von-mindestl%C3%B6hnen-lanciert/91672390

https://www.publiceye.ch/de/news/detail/freihandelsabkommen-mit-malaysia-public-eye-unterstuetzt-das-referendum

https://regenwald-retten.ch/referendum/

https://www.neue-akw-nein.ch/unterschreiben

https://lohn-angriff.ch/unterschreiben/

https://www.srf.ch/news/schweiz/sommersession-2026-parlament-verabschiedet-22-vorlagen-sprengstoffgesetz-abgelehnt