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Liebe Politbeobachterinnen und Politbeobachter
Am 8. März wird wieder abgestimmt, und die Unterlagen dazu sind diese Woche an den meisten Orten im Briefkasten eingetroffen. Ein guter Zeitpunkt, um auf unsere Kommentare zu den vier Vorlagen auf der Politbeobachter-Webseite hinzuweisen. Selbstverständlich finden Sie dort auch die wichtigsten pro und contra Argumente je Vorlage.
Spannend ist primär der Abstimmungskampf um die Initiative «200 Franken sind genug (SRG-Initiative)». Mitte Januar gaben in zwei repräsentativen Umfragen in etwa je die Hälfte der Teilnehmenden an, Ja bzw. Nein zu stimmen – eine Pattsituation. Dabei gilt es zu beachten, dass regierungskritische Kreise in diesen Umfragen eher unterrepräsentiert sind, aber auch, dass die Zustimmung zu Initiativen im Zeitverlauf vor der Abstimmung jeweils abnimmt. Der letztgenannte Effekt dürfte allerdings nicht besonders gross sein, weil die Meinungsbildung bereits weit fortgeschritten ist. Entscheidend wird daher sein, ob das Ja- oder das Nein-Lager seine Unterstützer besser mobilisiert.
Auch nach der Gebührensenkung von 335 auf 200 Franken stünden rund 850 Millionen Franken zur Verfügung – mehr als genug, um qualitativ hochwertige Programme in vier Landessprachen zu produzieren. Die SRG solle sich auf ihren Kernauftrag konzentrieren, und die verfassungswidrige Zwangsgebühr für Unternehmen gehört abgeschafft – dies die Meinung des Politbeobachters zur Initiative. Das beliebteste Argument der Gegner lautet: Unsere Demokratie braucht angesichts der Zunahme von Fake News einen Informationsanbieter, auf dessen Glaubwürdigkeit die Gesellschaft vertrauen kann – die SRG.
Anfang Februar wurde anhand des Berichts der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) klar, was sich abzeichnete: Die beinahe unzähligen Kampagnen der Initiativgegner verfügen über rund doppelt so viele Ressourcen wie die Ja-Kampagne. Insbesondere linke und progressive Organisationen (SP, die Stiftung direkte Demokratie, Operation Libero und weitere) greifen tief in die Taschen, um sich für die SRG zu engagieren. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass über die politischen Themen dieser Organisationen bei der SRG meist wohlwollend berichtet wurde. |